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Biographie von Mstislav Rostropovitch (1927-2007)

scan_rostro1_coupee.jpg Der Cellist, dessen Name bereits in die Geschichte einging, aber auch Pianist und Dirigent Mstislav Rostropovitch kam 1927 in Baku zur Welt. Sein Vater und Großvater spielten Cello und er bekam mit vier Jahren ersten Klavierunterricht und wird dann in die berühmte Moskauer Zentralmusikschule aufgenommen, wo er Cello lernte. Am Moskauer Tschaikowski-Konservatorium studierte er dann Klavier, Cello, Dirigieren und Komposition, unter anderem bei Dmitri Schostakowitsch, der einer seiner engsten Freunde wurde. Rostropovitch gibt sein erstes Konzert 1942 und wird dann in der Nachkriegszeit Preisträger internationaler Wettbewerbe wie Prag und Budapest. Mit einem Konzert 1964 in Deutschland beginnt seine internationale Laufbahn. Damals erfreut er sich im eigenen Land schon großer Bekanntheit und unterrichtet neben seinen Auftritten als Solist am damaligen Leningrader Konservatorium und dann in Moskau.

Die Oper  hat ihn schon immer gelockt und sicher zum Teil dank seiner Frau, der berühmten Sopranistin Galina Vichnevskaïa... 1967 debütiert Mstislav Rostropovitch als Dirigent am Bolschoi-Theater mit nachhaltigem Erfolg in der Oper Eugen Onegin von Tschaikowski. In der Folge dirigiert er regelmäßig etliche Opernproduktionen am Bolschoi.

Neben seinen zahlreichen Aktivitäten (Klavierbegleitung bei Konzerten mit russischen Liedern, Orchesterleitung, solistische Laufbahn, Unterricht...) verfolgt Mstislav Rostropovitch dasselbe leidenschaftliche Ideal im Namen der Musik «ohne Grenzen» und der Meinungsfreiheit. Da er sich für den abtrünnigen Schriftsteller Alexander Solschenizyn eingesetzt hatte, muss Rostropovitch 1974 die UdSSR verlassen und bekommt später sein Staatsbürgerrecht aberkannt. Er führt auch einen verbitterten Kampf für die Befreiung von Andrej Sacharow aus dem Exil... Ab 1977 beginnt der Musiker eine neue Karriere, indem er Anton Dorati an der Spitze des Washington National Orchestra nachfolgt, eine Stelle, die er bis 1994 inne hatte.

Als wunderbarer Kammermusikpartner spielte Rostropovitch lange Zeit Trio mit Emil Gilels und Leonid Kogan und Sonaten mit Svjatoslav Richter, Vladimir Horowitz oder Martha Argerich. 1977 wurde er zum künstlerischen Leiter dem von Benjamin Britten gegründeten Festival von Aldeburgh ernannt und leitete ab 1983 sein eigenes Festival in Snape. Er war ebenfalls künstlerischer Leiter und Vorsitzender der Rencontres musicales von Evian.

Rostropovitch wurde 1988 an das Institut de France gewählt, nimmt 1990 wieder seine russische Staatsbürgerschaft an und tritt erneut als Dirigent und Solist in seiner Heimat auf. Im Dezember 1995 dirigiert er mit nachhaltigem Erfolg am Bolschoi die Originalversion der Khovantchina von Mussorgski in einer Orchesterbearbeitung von Schostakowitsch und der Inszenierung von Boris Pokrovski.

Mstislav Rostropovitch war ein eifriger Verfechter der modernen Musik und bewerkstelligte etliche Uraufführungen: Drei Meditationen von Bernstein, Werke von Landowski, Dutilleux, Lutoslawski, Penderecki, sowie eine Oper (Das Leben mit einem Idioten) und eine Sinfonie von Alfred Schnittke.

Es ist einfach unmöglich alle Werke aufzuzählen, die für Mstislav Rostropovitch komponiert wurden, sind es doch mehr als 70! Erstrangig zu nennen wären die beiden Cellokonzerte und die Sonate von Schostakowitsch, die Konzertante Sinfonie und die Sonate von Prokofjew, die Suiten, die Sonate und die Konzertante Sinfonie von Britten, die Sonate und das Konzert In Dark and Blue von Ohana, das Konzert von Lutoslawski, Tout un monde lointain von Dutilleux, das Zweite Konzert von Schnittke.

Erwähnenswert wäre noch, dass eines der Celli von Rostropovitch, gebaut von Stradivari im Jahr 1711, Duport gehörte (dessen Namen es trägt) und Franchomme. Die vielfältige Diskografie des russischen Cellisten steht natürlich in Relation zu seiner unglaublichen Karriere und seinem internationalen Ruf!. Erstaunlicherweise erfolgte die erste Einspielung der Sechs Solo-Suiten von J.S.Bach aber erst, als der Künstler schon fast 70 Jahre alt war.

Und Dmitri Schostakowitsch schrieb nicht mit Recht: « Was Rostropovitch auch spielen mag, ob Bach oder Hindemith, es hat immer den intensiven Ausdruck unserer Zeit, den wir klar und kräftig vernehmen! »


MSTISLAV ROSTROPOVITCH EN ALSACEMstislav Rostropovitch est venu à 10 reprises en Alsace en 1967, 1977, 1979, 1981, 1984, 1985, 1989, 1995, 1996 et 1998.A Strasbourg :La première fois qu’il se produit devant le public alsacien en soliste, c’est le 15 juin 1967 au Festival de Musique de Strasbourg. Il revient dans le cadre du 39ème Festival de Musique de Strasbourg le 9 juin 1977, le 13 mars 1979 dans un concert exceptionnel de l’Orchestre Philharmonique de Strasbourg dirigé par Alain Lombard, puis le 20 décembre 1981, le 25 janvier 1995 au palais de la Musique et des Congrès de Strasbourg, dans un autre concert exceptionnel avec Charles Aznavour dans le cadre de l’ouverture de la Présidence Française de l’Union Européenne ainsi qu’en juillet 1998 au Festival de Strasbourg.A Colmar: Mstislav Rostropovitch n’est venu qu’une fois à Colmar, le 10 juillet 1996 dans le cadre du 8ème Festival International dédié à Ginette Neveu où il a joué en soliste avec l’Orchestre « Les Virtuoses de Moscou » dirigé par Vladimir Spivakov à l’église Saint Matthieu à 17heures. Il a interprété le Premier concerto pour violoncelle et orchestre en ut majeur de Haydn.A Guebwiller:Le violoncelliste jouera 3 fois aux Dominicains de Guebwiller : le 2 août 1984 dans un concert en duo avec le pianiste Joseph Villa dans des œuvres de Bach, Schumann, Brahms et Chostakovitch ; le 5 juin 1985 en soliste avec l’Orchestre de Chambre Paul Kuentz dans des œuvres de Haendel, Boccherini et Haydn. Le 22 juin 1989 il jouera pour la première fois depuis sa rupture avec son pays d’origine avec un ensemble russe, les Solistes de Moscou, les bois, cuivres et percussions de l’Orchestre Symphonique de Bâle, dirigés par Yuri Baschmet. A la demande d’Alphonse Mader, il interprétera le 1er Concerto pour violoncelle et orchestre de Chostakovitch et les Variations sur un thème rococo de Tchaïkovski.
 
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