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29. Internationales Musikfestival von Colmar

Vom 5. bis 14 Juli 2017

Hommage an Michel Plasson

2017 wird das Internationale Festival von Colmar Michel Plasson die Ehre erweisen, einem der bedeutendsten Vertreter der französischen und internationalen Musik der letzten Jahrzehnte. In der Tradition des fruchtbaren Austauschs zwischen Frankreich und Russland lag es Wladimir Spiwakow, dem künstlerischen Leiter des Festivals, besonders am Herzen, seinen berühmten Kollegen zu besonderen Ehren kommen zu lassen. Seit langer Zeit schon verbindet die beiden eine ausgeprägte gegenseitige Anerkennung.

Seit Langem steht der Name Michel Plasson insbesondere für die Bewahrung und Darbietung des französischen Repertoires des 19. und 20. Jahrhunderts. Eigenen Aussagen zufolge hat Michel Plasson sein Leben der Suche nach „verlorenen Klängen“ gewidmet. Der 1933 geborene Plasson absolvierte eine Ausbildung am Pariser Konservatorium und konnte im Jahr 1962 den Concours von Besançon für sich entscheiden. Nach einem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten, wo sich Leinsdorf, Monteux und Stokowski seiner annahmen, kehrte er nach Frankreich zurück. 1968 übernahm er die Leitung des Capitole de Toulouse. 35 Jahr lang machte er sein Orchester und seine Stadt zu einem identitätsstarken Zentrum der Musik erster Güte. Und obwohl Michel Plasson sämtliche Repertoires dirigiert, wurde er zum Fürsprecher der französischen Musik, indem er moderne Interpretationen der wichtigsten Stücke des lyrischen und symphonischen Repertoires schuf und aufzeichnen ließ: Faust, Carmen, Lakmé, Roméo et Juliette, La Vie parisienne, symphonische Werke von Berlioz, Saint-Saëns, Franck, Ravel, etc… Darüber hinaus entriss er unbeachtete Komponisten dem Vergessen, von Ropartz und Roussel bis Chabrier und Magnard… Des Weiteren arbeitete er mit Komponisten seiner Zeit zusammen, allen voran Dutilleux und Landowski. Gleichzeitig war Michel Plasson auch international äußerst gefragt und schwang den Taktstock an den größten Bühnen und für die bedeutendsten Künstler. Von 1994 bis 2001 war er Chefdirigent der Dresdner Philharmonie. Diese nur scheinbar so naturgemäße Aufgabe verlieh ihm doch eine Art Sonderstellung und strich seine kämpferische Seite heraus. Dies schlug sich nicht zuletzt in der von ihm gegründeten Akademie nieder, die der Vermittlung seines Wissens und seiner musikalischen Leidenschaft dient. Mehrere seiner Schüler reüssieren bereits auf dem internationalen Musikparkett.

Mit Michel Plasson und Wladimir Spiwakow verspricht die Ausgabe 2017 des Festivals eine außergewöhnliche zu werden. Beide werden dieRussische Nationalphilharmonie dirigieren, eines der besten Orchester Russlands und Ehrengast des Festivals sowie der bedeutendtsen Konzerthäuser. Wie erwartet wird auch die französische Musik zu Ehren kommen, von Berlioz bis Dutilleux, über Saint-Saëns und Ravel. Wladimir Spiwakow wird es sich nicht nehmen lassen, Michel Plasson die russische Musik sowie das umfangreiche romantische Repertoire näher zu bringen, welche ihm besonders am Herzen liegen. Wie jedes Jahr heißt das Festival die besten zeitgenössischen Interpreten, Vokalisten und Instrumentalisten willkommen, von denen einige den prestigeträchtigen Werdegang Michel Plassons mitverfolgt haben (François-René Duchâble, Sophie Koch). Eine weitere Aufgabe, der sich das Festival verschrieben hat, ist es, dem Publikum die jungen Talente von heute und herausragenden Solisten von morgen vorzustellen. Sie werden im Rahmen der umfangreichen Rezital- und Kammermusikreihe, die als Auftakt der abendlichen Konzerte dient, ihr Können zum Besten geben.